Das Thema No Poo kann besonders zu Beginn viele Fragen mit sich bringen. Ich versuche in diesem Artikel alle wichtigen Fragen zu beantworten. Und sollte ich etwas vergessen haben, dann freue ich mich über Deine Frage im Kommentar, dann werde ich den Text entsprechend erweitern.

  1. Was ist No Poo?

    No Poo bedeutet, eigentlich No Shampoo. Also dass die Haare nicht mit Shampoo gewaschen werden. Dafür wird zu gesunden und natürlichen Alternativen gegriffen. Du kannst Deine Haare mit Natron, Naturseife, Roggenmehl, Heil- und Lavaerde waschen und pflegen.

  2. Was ist (No Poo) Only Water?

    Von No Poo – Only Water wird gesprochen, wenn die Haare ausschließlich mit Wasser gewaschen werden. Es wird komplett auf Alternativen verzichtet und auf die Kraft der Natur vertraut.

  3. Für welchen Haartypen eignet sich die Anwendung von No Poo bzw. Only Water?

    Eigentlich ist die Anwendung von No Poo bzw. Only Water für jeden Haartypen und jede Haarlänge geeignet. Da auf die Kraft der Natur vertraut wird, soll unser Körper sein eigenes Gleichgewicht wieder finden. Auch Probleme mit Kopfhaut und Haaren, wie Jucken, Schuppen oder Haarausfall sind nach einiger Zeit besser geworden. Doch beachtet werden sollte auch, dass jeder Mensch anders ist und was bei mir perfekt funktioniert muss bei Dir nicht so gute Ergebnisse haben. Deshalb sollte man auch immer offen sein, um etwas zu experimentieren und nicht direkt aufgeben.

  4. Stinkt es nicht, die Haare ausschließlich mit Wasser zu waschen?

    Anfangs habe ich auch gedacht, dass Menschen extrem fettige und müffelnde Haare haben müssen, die sich nur mit Wasser die Haare waschen.  Aber wer fleißig bürstet und trotzdem auf eine gesunde Hygiene achtete, der wird erstaunt sein, wie toll die Haare aussehen und nicht stinken. Wenn ich an meinen Haaren rieche, würde ich sagen sie haben keinen speziellen Duft. Sie riechen „natürlich“ und nicht mehr nach Haarspray und Aprikosen-Aroma.

  5. Wie oft muss ich mir mit Wasser die Haare waschen?

    Es gibt keine Regel, wie oft Du Dir die Haare waschen musst. Manche No Poo Anwender waschen nicht mit Wasser und vertrauen ausschließlich auf Sebum Only. Es liegt also am eigenen Körperempfinden, ob Du einmal die Woche wäschst oder mit kürzeren/längeren Abständen. Wichtig ist nur das Bürsten der Haare, um das Sebum bis in die Spitzen zu verteilen und Schmutz zu entfernen.

  6. Welcher Sinn steckt hinter No Poo?

    Der Körper hat eigentlich seinen eigenen Rhythmus und weiß von Natur aus, was er in welcher Menge benötigt. Durch No Poo gibt man seinem Körper wieder die Möglichkeit ganz natürlich zu arbeiten. Kein Überfetten der Kopfhaut, Beseitigung von Haarproblemen und natürliche Pflege durch das Sebum. Hinzu kommt, dass die Umwelt geschont wird und Du keine Chemie sowie fragwürdige Zusatzstoffe an Deine Haut lässt.

  7. Wie fühlen sich die Haare an, wenn sie nur mit Wasser gewaschen werden?

    Wäscht Du Dir die Haare ausschließlich mit Wasser, dann sind die Haare nach der Wäsche nicht so fluffig und luftig, wie wenn Du die Fettschicht komplett mit Shampoo entfettest. Du hast immer einen leichten Film des Sebum um die Haare und auf der Kopfhaut. Jedoch ist dies keines Falls eckelhaft, sondern sollte als körpereigene Pflege gesehen werden. Es schütz vor Wind und Wetter. Und macht so manchem Kopfhautproblem den Gar aus. Beim richtigen Bürsten und der regelmäßigen Pflege werden die Haare nicht fettig oder ungepflegt aussehen, sonder fest und gesund.

  8. Welche Alternativen gibt es zu No Poo – Only Water?

    Wer seine Haare nicht ausschließlich mit Wasser waschen möchte oder keine Möglichkeit hat, die schwierige Anfangszeit zu überbrücken, der kann auf natürliche Alternativen umsteigen. Das Haarewaschen mit Natron, Roggenmehl, Lavaerde und Haarseifen sind sehr beliebte Möglichkeiten.

  9. Geht No Poo bei Kindern?

    Natürlich! Gerade bei Kindern solltest Du nur mit No Poo – Only Water – ausschließlich mit Wasser – waschen. Wir gewöhnen unseren Kindern ab Geburt eine unnatürliche Entfettung an, die der kleine Körper wieder ausgleichen muss. Dabei funktionieren sind nicht einmal alle Talg-und Schweißdrüsen in Gebrauch. D.h unsere Kleinen schwitzen nicht übermäßig und produzieren keine große Fettschicht auf der Haut. Sie werden also gut sauber und ein leichter Fettfilm ist immer als körpereigene Pflege zu sehen.

  10. Warum brennt Baby Shampoo nicht in den Augen?

    Baby Shampoo brennt nicht in den Augen, weil es Zusätze enthält, die das Auge betäuben und die natürliche Reaktion auf äußere Einflüsse kurzzeitig aussetzen lässt. Ein absolutes No go, wenn man bedenkt, dass die natürlichen Reaktionen zum Schutz der Kleinen und von uns sind!

  11. Warum muss man die Haare soviel Bürsten?

    Das Bürsten am Morgen ist ganz besonders wichtig für eine gesunde Haarpflege. Denn Giftstoffe, Fett und Schüppchen haben sich in der Nacht abgesetzt und verstopfen die Poren. Mit dem Bürsten befreist Du die Poren und regst die Durchblutung an. Außerdem wird die Serum im Haar verteilt, was sie geschmeidig und glänzend macht. Die alt bekannten 100 Bürstenstriche sind eine gute Orientierung.

  12. Welche Bürste sollte ich verwenden?

    Für die meisten No Poo Anwender und mich steht fest, dass ich nicht mehr auf meine Wildschweinbirstenbürste verzichten mag. Die Borsten sind natürlich und standfest. Sie ist sehr langlebig und verteilt das Fett sehr gut bis in die Haarspitzen. Außerdem ist sie sanft zu den Haaren, glättet die Struktur und massiert die Kopfhaut sanft. Das geht deshalb besonders gut, weil sie dem menschlichen Haaren besonders ähnlich ist. Hier kannst Du einen ausführlichen Artikel zum Haarebürsten nachlesen

  13. Gibt es eine Alternative zur Wildschweinborstenbürste?

    Eine wirklich gute Alternative gibt es nicht. Plastik und Metall werden schnell unangenehm auf der Kopfhaut und reinigen nicht ansatzweise so gut wie eine Wildschweinborstenbürste. Die natürliche Bürste mit Sisalborsten hat zu weiche Borsten, um die Kopfhaut zu massieren und sie können das Fett nicht so gut verteilen.

  14. Wieso fetten die Haare manchmal stärker nach?

    Es gibt viele verschiedene Ursachen, weshalb Deine Haare auf einmal stärker nachfetten können. Deine (Kopf-)Haut ist ein Organ, welches eine riesen Last zu bewältigen hat und mit allen Giftstoffen in Berührung kommt. Sie muss Deinen Körper täglich sauber halten und auch über die Kopfhaut wird „Müll entsorgt“. Hast Du einen großen Überschuss an Fetten oder Giften im Körper, so müssen sie raus und das kann sich in einer Überfettung äußern. Mit der Ernährung kannst Du Deinen Körper sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Auch die Hormonumstellung bei Frauen während der Periode oder in der Schwangerschaft können zu vermehrtem Fett – aber auch zu Trockenheit führen.

  15. Wie verhält sich Wärme auf meinem Kopf?

    Generell wissen wir, dass Föhnen und Glätten der Haare nicht gesund ist. Besser geht es den Haaren, wenn Sie beim Waschen mit kaltem Wasser nachgespült werden und Lufttrocknen dürfen. Was mir zudem aufgefallen ist, wenn ich wärmende Geräte an meine Haare lassen, dann sehen meine Haare sehr schmierig aus und auch die Büste verklebt. Logischerweise liegt es daran, dass immer eine Fettschicht auf den Haaren liegt und wärme bringt Fett bekanntlich zum Schmelzen. Daher reagiert unserer Sebum schmierig auf die Wärme. Sobald jedoch wieder alles abgekühlt ist und ich meine Haare noch einmal kräftig durchgebürstet habe, sehen sie ganz normal gepflegt aus.

  16. Was ist, wenn No Poo nicht funktioniert?

Unterschiedliche Haartypen und verschieden Menschen – hier kommt es natürlich auch bei der Anwendung von No Poo nicht immer zum gleichen Ergebnis. Was bei mir perfekt klappt, lässt sich beim nächsten vielleicht nicht genauso umsetzen. Deswegen ist es mir wichtig zu erwähnen, dass ich schon glaube, dass es bei den meisten Menschen funktionieren würde aber die Umstände nicht passen. Vergessen werden sollte auch nicht, dass die Ernährung, Krankheiten, Medikamente und andere Giftstoffe sich auf den Körper auswirken. Unsere Haut lässt unerwünschte Stoffe auch über die Kopfhaut raus, wo sie natürlich nicht schön sind.

Also ist es wichtig sich auch die Lebensumstände anzusehen und ggf. seine Gewohnheiten zu ändern. Und wenn keine Zeit zur Umstellung auf No Poo da ist, dann gibt es tolle Alternativen, die es Wert sind, getestet zu werden.

 

Diesen Artikel versuche ich ständig zu aktualisieren und zu erweitern, deshalb freue ich mich sehr über Deine Fragen in den Kommentaren. Lass es Dir gut gehen, Sina!

22 Kommentare

Stef · April 11, 2018 um 7:17 am

Hallo Sina 🙂
Ich wasche meine Haare seit 5 Wochen nur noch mit Wasser (alle 3-4 Tage), und bin super zufrieden mit dem Ergebnis! Allerdings habe ich das Gefühl, dass ich seitdem viel mehr Haare verliere als zuvor, gerade beim häufigen kämmen.. war das bei dir (vielleicht in der Anfangsphase) auch, oder hast du eine Idee woran das liegen könnte? Bin beim kämmen eigentlich immer schon sehr vorsichtig.

Viele viele grüße, Stef 🙂

    Sina · April 15, 2018 um 5:46 am

    Hallo Stef,

    ich habe in der Anfangs-Phase nicht viel mehr Haare verloren als normal auch. Auf Anhieb kann ich keinen Grund dafür sagen aber ich werde mich einmal informieren. Aber wenn es bei Dir zu viel Haare sind, die Du verlierst, dann lass es besser abklären 🙂

    Alles Gute
    Sina

Katja · Februar 11, 2018 um 1:16 pm

Hallo Sina,

ich habe seit zwei Wochen angefangen mit der no poo Methode.Mein Problem ist dass ich schon viele graue Haare habe und gerne meine Haare auf natürliche Weise färben möchte. hast du damit Erfahrungen?

Gruß Katja

    Sina · Februar 12, 2018 um 7:53 pm

    Hallo Katja,

    leider kann ich aus Erfahrung nichts zum Haarefärben sagen, weil ich es bisher nicht musste. Aber ich habe trotzdem angefangen mich langsam in das Thema einzuarbeiten und werde dazu eine eigene Seite und andere Erfahrungsberichte miteinbeziehen. Allerdings wird es noch ein paar Tage dauern, bis ich alles zusammengestellt habe.

    Viele Grüße
    Sina

Leslie · Januar 9, 2018 um 4:39 pm

Liebe Sina,

Sind deine Haare eigentlich gefärbt? Wenn ja, wie pflegst du sie nach der Colorierung?

PS: toller, inspierirender Blog 🙂

    Sina · Januar 14, 2018 um 2:28 am

    Hallo Leslie,

    danke für Dein Kompliment 🙂
    Meine Haare sind nicht gefärbt und Natur-rot 🙂
    Ich muss unbedingt noch einen Artikel zu gefärbten Haaren schreiben, dass werde ich in den nächsten Tagen angehen! 🙂

    Viele liebe Grüße
    Sina

      Leslie · Januar 19, 2018 um 12:21 pm

      Oh wow, du hast ja eine tolle Naturfarbe 🙂
      Ich freue mich jetzt schon auf den Artikel!

      Liebe Grüße
      Leslie

        Sina · Januar 23, 2018 um 6:58 am

        Dankeschön 🙂 Ich bin sehr froh, dass ich nicht färben muss 😉

Mara · Januar 9, 2018 um 11:02 am

Hallo Sina!
ich habe eine Frage und zwar würde ich No Poo gerne Mal ausprobieren, da meine Haare aber wirklich nach ein paar Stunden wieder schnell fetten wollte ich fragen ob man dann morgens zum Beispiel trockenshampoo drauf sprühen kann oder klappt dann die Only Water Methode nicht mehr?

    Sina · Januar 14, 2018 um 2:46 am

    Liebe Mara,

    wenn Du nur die Only Water Methode anwenden möchtest, dann wirft dich jede Alternative wieder zurück. Denn sobald Du Deine Kopfhaut (komplett) entfettest, merkt der Körper dies und will das natürliche Gleichgewicht wieder herstellen. Dann produziert er wieder mehr Talg nach.

    Nimmst Du nur Wasser zum Haare waschen, dann produziert der Körper erstmal in der gewohnten Menge den Talg weiter. Und die Haare können dann wirklich unschön sein 😉 Aber nach ca. 12 Wochen hat meine Kopfhaut sich an die Umstellung gewöhnt und die Überproduktion hat nachgelassen. Und jetzt nach über einem Jahr finde ich, dass die Haare noch besser geworden sind 🙂

    Einmal hatte ich einen Shampoo-Rückfall und der hat mich in allem zurück geworfen, weil der Körper direkt auf die Veränderung reagiert.

    Also wenn Du nur noch mit Wasser waschen möchtest, dann würde ich nichts entfettendes mehr anwenden. Denn Trockenshampoo saugt auch auf eine milde Weise den Talg auf. Fühlst Du Dich jedoch besser, wenn Du jeden morgen Trockenshampoo nimmst, dann spricht da überhaupt nichts dagegen! Auf dem Blog findest Du auch einen Artikel zu natürlichem Trockenshampoo ohne Chemie 😉 Du kannst zu Beginn auch einfach versuchen die Abstände der Anwendung zu vergrößern und wenn Du das Gefühl danach hast, dann lässt Du es ganz weg.

    Probier Dich ein wenig aus und dann findest Du aufjedenfall Deinen optimalen Weg!

    Viele liebe Grüße
    Sina

Nadine · November 22, 2017 um 2:00 pm

Liebe Sina,

ich spiele im Moment auch mit dem Gedanken, mal das Waschen nur mit Wasser auszuprobieren.

Wie ist das, wenn ich 3-5 x in der Woche zum Sport gehe und dann ohne Shampoo – also nur mit Wasser waschen würde. Funktioniert das überhaupt? Da ich am Haaransatz gerade nach dem Spinning stark schwitze ist wenigstens Duschen mit Haare waschen ein Muss. Du schreibst ja oben, dass manche nur noch 1 x in der Woche Haare waschen würden.

Wirkt es sich negativ aus, mehrmals die Woche nur mit Wasser zu waschen?

Vielen lieben Dank.

Nadine

    Sina · November 28, 2017 um 6:38 am

    Liebe Nadine,

    es gibt Anwender, die möchten ihre Waschabstände verlängern und waschen nur noch 1mal in der Woche oder kürzer oder andere waschen ihre Haare immer noch 2-3mal in der Woche. Der Körper stellt sich dann auch meistens auf diesen Rhythmus ein.

    Generell sollte es kein Problem sein, wenn Du Dich nur mit Wasser wäscht und regelmäßig Sport machst. Es ist ein Unterschied, wenn man sich dann wäscht oder den Schweiß auf der Haut lässt, wo er miefig werden würde. Ein Waschlappen oder ein Schwamm helfen gut, um den Schweiß auch von der Kopfhaut zu bekommen. Und die länge der Waschabstände ist wirklich bei jedem anders. Manche möchten nur noch einmal in der Woche ihr Haare waschen, andere behalten einfach ihren gewohnten Rhythmus bei. Neben dem Haartyp und den Bedürfnissen, kommt es auch auf die weiteren Umstände an. Bei Dir ist es zum Beispiel der Sport, der Dich öfters die Haare waschen lässt. Und das ist auch gar nicht schlimm, denn ich finde das wichtigste ist, von der Chemie wegzukommen. Und selbst wenn das Waschen nur mit Wasser nichts für einen persönlich ist, dann gibt es doch tolle Alternativen, die ich nur empfehlen kann 🙂

    Ich wünsche Die viel Erfolg mit Deinen ersten Versuchen und lass Dich nicht entmutigen, wenn die Haare zu Beginn nicht so toll aussehen – es wird besser 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Sina

    Ich finde, dass es hier wirklich auf jeden individuell ankommt. Wenn Du 3-5 mal in der Woche Sport machst, dann ist es verständlich, wenn Du dann auch immer Deine Haare wäscht. Wenn ich stärker geschwitzt habe, dann nehme ich gerne einen Waschlappen für die H

Kaja · Oktober 19, 2017 um 4:15 pm

Hallo Sina,
Dein Blog ist wirklich hilfreich 🙂
Vielleicht kannst du mir folgendes beantworten:
Und zwar wasche ich meine Haare seit fast 5 Wochen mit der water only Methode, ( ich habe es davor schonmal probiert, jedoch anscheinend zu viel gebürstet, weshalb ich sie nach nichtmal einer Woche wieder mit Shampoo gewaschen und das ganze abgebrochen habe. Nach ein paar ,,normalen“ Haarwäschen habe ich das Shampoo dann jedoch wieder weggelassen unter der Bedingung, das ich – sollte es wieder so schrecklich aussehen – wieder Shampoo benutze.) Jedenfalls läuft das nun schon fast 5 Wochen gut, aber seit gestern sieht mein Haar wieder durchgehend aus wie gerade gewaschen, also nass…
Wie kann das sein?
Ich habe nichts anders gemacht als sonst, höchstens etwas länger gewaschen um das Sebum etwas raus zu bekommen.
Bisher habe ich festgestellt, dass ein eventuelles zu viel an Sebum am nächsten Tag wie ,,eingezogen“ war, aber diesmal scheint mein komplettes Haar extrem ,,eingecremt“. Und obwohl ich es heute schon wieder gewaschen habr ist keine Besserung eingetreten…
Ich dachte, meine Umstellungsphase sei schon vorbei. Da mein Haar nicht gerade lange ist kann ich es leider auch nicht flechten oder so…
Hast du auch manchmal solche ,,Rückfälle“? Und wie handhabst du das? Oder sieht dein Haar immer gut aus?
Also ich meine kein leicht strähniges Aussehen sondern als käme man gerade aus der Dusche… :/
Wäre toll wenn du ein paar Tipps bzw Erklärungen hast…
Schonmal danke im Vorraus 🙂

    Sina · Oktober 22, 2017 um 8:08 pm

    Liebe Katja,

    ich kann Dich sehr gut verstehen und auch nachvollziehen, dass Du zwischendurch einmal auf Shampoo umgestiegen bist. Keine Frau möchte mit durchgefetteten Haaren herumlaufen und dies ist dann auch nicht der Sinn von No Poo 🙂

    Gründe kann es dafür mehrer geben und da musst Du Dich am besten einmal selber reflektieren. Zum einen kann die Umstellungsphase um die 12 Wochen dauern – also kann es sein, dass Du vielleicht noch etwas Geduld haben musst. Anfänglich produziert Deine Kopfhaut übermäßig Fett und vielleicht kam bei Dir noch einmal ein Schub?!

    Außerdem können sich auch andere Einflüsse auf die Fettproduktion auswirken. Wenn die Ernährung einmal nicht nur gesund oder sogar sehr fettig war, dann kann es auch über die Kopfhaut ausgeschieden werden. Genauso verhält es sich mit Krankheiten. Vorhandene Giftstoffe werden unter anderem auch über die Haut ausgeleitet und das kann sich nicht nur auf das Aussehen der Haare, sondern des ganzen Körpers, auswirken. Die Struktur und Beschaffenheit der Haare sind von Typ zu Typ verschieden, weshalb sich Anwendungen auch immer unterschiedlich auswirken können. Aber ich bin überzeugt, dass es für jeden eine passende Alternative zum Shampoo gibt – auch wenn man dafür etwas experimentieren muss.

    Bei meinen Haaren ist es eher so, dass sie nicht schön liegen oder mehr Fett ansetzen, wenn ich einmal morgens zu wenig gebürstet habe. So unterschiedlich reagieren unsere Körper 🙂 Aber richtig fettig waren sie nur zu Beginn meines No-Poo-Experimentes.

    An Deiner Stelle würde ich nicht direkt auf Shampoo zurück greifen. Wirf die durchgehaltenen 5 Wochen nicht einfach über Bord, sondern teste Dich doch an sanfte bzw. natürliche Reinigungsmethoden?!

    Zunächst könntest Du beim Duschen einen Waschlappen für die Kopfhaut nehmen. Massiere leicht überschüssiges Sebum heraus. Und das selbe anschließend mit dem Handtuch. Massieren und Bürsten tut meiner Kopfhaut immer ganz gut.

    Wenn das nicht ausreicht, dann könntest Du Heilerde/Lavaerde zum Haarewaschen nehmen. Auch Roggenmehl ist eine Möglichkeit. Oder als Trockenshampoo kann Stärke, Roggenmehl oder Kakaopulver (ohne Zusätze) auf die Kopfhaut gegeben werden und ausgebürstet. Diese saugen leicht das Sebum auf aber nicht zu aggressiv und ohne Zusätze 🙂 Also bessere Alternativen als herkömmliches Shampoo.

    Ich hoffe, dass ich Dir ein bisschen helfen konnte. Vielleicht gibst Du mir eine Rückmeldung, was Du am Ende gemacht hast 🙂

    Alles Gute
    Sina

      Kaja · Oktober 24, 2017 um 9:05 pm

      Liebe Sina,

      Danke für die ausgiebige Antwort!

      Ich muss zugeben, dass mein Haar nach einem weiteren Tag wieder ganz normal aussah.
      Trotzdem war mir bei der nächsten Wäsche etwas bange, es könne danach wieder extrem mit Sebum überzogen sein, doch das war nicht der Fall.
      Wahrscheinlich dauert es einfach noch eine Weile bis mein Haar sich ganz umgestellt hat, und vor allem, bis ich den optimalen Pflegerhythmus drauf habe.
      Am Hinterkopf sieht man manchmal einige Stunden nach dem Bürsten die Strähnchen; bei erneutem drüberbürsten verschwindet das wieder, aber noch bin ich nicht so weit einen ganzen Tag ohne Bürste außer Haus zu gehen…
      Meistens fühlt mein Haar sich kaum fettig an wenn ich durchfahre, sondern eher angenehm, aber mein Freund meint es fühle sich total fettig an… (seins ist vom Shampoo so trocken wie Puppenhaar).
      Also je nach Tag ist es mal schwerer und mal fliegender.
      Eigentlich bin ich zufrieden, und auf Shampoo etc möchte ich nicht mehr zurückgreifen 🙂
      LG
      Kaja

      P.S.: Mach weiter so. Dein Blog ist wirklich hilfreich.

        Sina · Oktober 31, 2017 um 1:11 am

        Danke liebe Katja,

        ich freue mich über Deine Rückmeldung!

        Wie Du selber schreibst ist das wichtigste Durchhalten. Ich habe auch mal blöde Tage und da liegen meine Haare überhaupt nicht. Jetzt erst kurz vor meiner Regel habe ich wieder festgestellt, dass sich die Hormonumstellungen auch auf meine Kopfhaut auswirkt. Ein paar Tage hatte ich am Hinterkopf stärker Sebum. Und heute ist dort fast nichts – nur der normale leichte Schutzfilm. Also selbst nach einem Jahr kommt es durch andere Einflüsse zu Schwankungen 🙂

        Viele Grüße
        Sina

        P.S. erklär Deinem Freund doch einfach, dass es kein Fett ist, sondern die beste Pflege und der beste Schutz für Deine Haare 🙂

          Diana · Januar 14, 2018 um 3:32 am

          Mein Freund hat mich nun nach seiner Reise das erste Mal in meiner neuen water only-Phase (ok, die mache ich erst seit 1,5 Wochen) gesehen. Ohne dies zu wissen, sagte er, dass meine Haare, polang, toll aussähen und konnte nicht damit aufhören mit ihnen zu spielen. 😊🙂😉
          Ich hatte seit 1,5 Jahren Haarwaschseife verwendet, und bin dann auf Zitronensaft und Wasser für das erste Mal Haarwäsche umgestiegen, viel kämmen mit Wildschweinborste, danach alle 2-3 Tage (ok, noch relativ häufig) nur noch Wasser.
          Ähnlich war es auch bei meiner Haut. „Die fühlt sich noch weicher an als sonst!“, So sagte er. Im Zuge meiner wo-Umstellung bin ich auch dazu übergegangen nur mit Wasser zu duschen (außer am Intimbereich ein minimales bisschen bioseife), danach nicht zu cremen, nur ein wenig Kokosöl als Deo-Ersatz. Meine beiden Mitbewohner hatte ich eingeweiht und sie darum gebeten, mir ehrlich zu sagen, wenn ich anfangen sollte zu stinken. Man fühlt sich anfangs doch recht unsicher. Und glaubt mir, die beiden nehmen kein Blatt vor den Mund! 😉 Aber nichts kam bislang, auch nicht auf beharrliche Nachfrage. Die Haut ist besser geworden, Cellulite zurückgegangen – ich bin gerade total happy!!! Hoffentlich bleibt es so!

          Sina · Januar 14, 2018 um 11:22 pm

          Liebe Diana,

          vielen, vielen Dank für Deine super tolle Rückmeldung 🙂

          Dann bist Du genauso experimentierfreudig wie ich. In dem letzten Jahr habe ich ebenfalls alles Chemische aus meinem Schrank geworfen – neben Shampoo auch Duschgel, Cremes und Deo. Und ich habe festgestellt, dass man das Zeug wirklich nicht braucht. Entweder gibt es Alternativen wie (Kokos-)Öle, Natron, Heilerden, Teebaumöl oder auch selbstgemachte Kräuterauszüge oder man nimmt gar nichts 😀 Das heißt ja nicht, dass wir uns nicht pflegen, sondern wir machen es bewusster – leider verstehen das viele nicht 😉

          Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und das es weiter so super läuft – wovon ich ausgehe 😉

          Alles Liebe
          Sina

          Als ich vor ein paar Wochen ein Kompliment wegen meiner schönen Haare bekommen habe, war ich auch unheimlich glücklich 🙂

Gina · Juli 31, 2017 um 9:09 pm

Hallo Sina,
Ich habe dauergewelltes Haar, das durch die Dauerwelle eigentlich einer Pflege Bedarf (laut Frisör) und auch am besten nur mit einem Kamm gekämmt werden sollte, da die Haare sonst aussehen als hätte ich in eine Steckdose gefasst.
Ich bin momentan dabei auf No poo umzusteigen und bin jetzt fast zwei Wochen shampoofrei. Meine Haare sind Recht fettig und fühlen sich klebrig an. Ich denke das liegt daran, dass ich das Sebum mit einem Kamm nicht gut verteilen kann. Hast du vielleicht eine Idee womit ich meine Haare bürsten/kämmen kann um das Sebum zu verteilen ohne dass die Locken struppig werden?
Schon mal vielen Dank und liebe Grüße,
Gina 🙂

    Sina · August 15, 2017 um 7:45 pm

    Liebe Gina,
    mit dauergewelltem Haar habe ich bisher keine Erfahrungen, aber ich habe mir ein paar Gedanken gemacht, wie Du trotzdem das Sebum besser verteilen kannst.

    Zu Beginn sieht der Ansatz leider fast bei allen fettig aus. Aber Du kannst Deine Kopfhaut mit den Fingern massieren, das Sebum leicht lösen und dann mit den Fingern in die Spitzen verteilen. Das ist besonders am Morgen gut, weil der Körper über Nacht seine Giftstoffe über die (Kopf-)Haut abgibt. Aber auch wenn Du juckende Kopfhaut oder ein unangenehmes Gefühl hast, dann tut das auch sehr gut.

    Beim Haarewaschen kannst Du einen Waschlappen nehmen und die Kopfhaut leicht damit reinigen. So wird auch etwas überschüssiges Sebum von der Kopfhaut genommen. Und beim trocknen ruhig das Handtuch auch an der Kopfhaut kneten.

    Wie Du schon geschrieben hast, wird die Dauerwelle mit einem breiten Zackenkamm durchgebürstet. Am besten geht dass, wenn Du Stück für Stück dich von unten nach oben arbeitest und das in den nassen Haaren. Hier könnte ich mir vorstellen, wenn Du an der Kopfhaut angekommen bist und mehrer Haarschichten bearbeitest, auch eine Wildschweinborstenbürste nehmen könntest, um ein wenig das Sebum zu verteilen, damit es nicht zu fettig an der Kopfhaut wird. Und weil die Haare noch nass sind, kannst Du die Haare anschließend wieder in Form kneten, sodass die Locken wieder schön fallen.

    Ich hoffe, dass ich Dir ein bisschen helfen konnte.

    Alles Liebe
    Sina

rebecca · Januar 24, 2017 um 7:35 pm

liebe sina =)
eben bin ich bei der suche nach erfahrungsberichten mit water only auf deine schmucke seite gestossen. einfach toll was du machst!
seit jahrzehnten habe ich meine haare täglich gewaschen, seit ein paar jahren nur noch mit naturshampoos aber eben mit shampoo. vor einer woche habe ich mich dann dazu entschieden mal was neues auszuprobieren und eine woche lang gar nicht gewaschen dafür 100 bürstenstriche am tag un kopfmassagen. diesen montag hatte ich auswärts einen termin und hab mich da echt nicht hingetraut mit so fettigen haaren =(. also hab ich sie mit wasser gewaschen. heute sind sie nun schon wieder total fettig =/. kann es sein, dass sich die kopfhaut schneller als 8-12 wochen einstellen kann, wenn ich die wasserwäsche ganz weglasse??
ich hab einfach angst, dass ich jetzt ne zeit lang total fettige haare hab und sich am schluss herausstellt, dass ich sie auch mit wasser täglich waschen muss -.-
kennst du einen ähnlichen fall wie mich?
bin schon gespannt auf deine antwort 🙂
herzliche grüsse
rebecca

    Sina · Januar 24, 2017 um 11:01 pm

    Liebe Rebecca,

    vielen Dank für Dein Kompliment für meine Seite, da macht das Schreiben natürlich noch viel mehr Spaß 🙂

    Zu Deiner Frage kann ich Dir sagen, dass die Haare bei jedem eine unterschiedliche Zeit zur Umstellung brauchen. Bei dem einen geht es unter acht Wochen und bei dem nächsten dauert sogar länger als 12 Wochen! Hier gilt es leider, dass Du es einfach ausprobieren musst und der Anfang ist wirklich schwer. Ich hatte auch einen Shampoo-Rückfall, weil ich die fettigen Haare nicht mehr ertragen konnte. Beim zweiten Anlauf haben mir Flechtfrisuren und Haarbänder einen guten Dienst geleistet 🙂

    Deine Haare brauchen einfach die Zeit zur Umstellung und auch die Verlängerung der Haarwäschen braucht Zeit! Deine Kopfhaut hat sich darauf eingestellt, jeden Tag gewaschen und entfettet zu werden. Wenn Du ihm wieder die Möglichkeit gibst, sich auf seinen eigenen Rhythmus einzustellen, dann bin ich mir sicher, dass Du die Haarwäschen verlängern kannst.

    Mein Tipp ist, weil Du ja noch direkt am Anfang Deines No-Poo-Experimentes bist, Deine Haare und Kopfhaut einmal von allen Rückständen zu befreien – auch wenn Du bereits Naturshampoos verwendet hast. Dadurch können sich Deine Haare schneller umstellen, weil keine Seifenreste oder evtl. Stylingprodukte vorhanden sind. Das geht ganz einfach mit Natron und einer sauren Spülung aus Apfelessig/Zitronensäure. Hier habe ich einen Artikel zur Natronwäsche geschrieben http://haare-nur-mit-wasser-waschen.de/haare-waschen-mit-natron.

    Bei der Umstellung ist außerdem unterstützend auf eine gesunde Ernährung zu achten. Gifte sowie Fette werden unter anderem über die Kopfhaut ausgeschieden. Und beim Haarewaschen ist es gut kälteres Wasser zu verwenden, damit sich die Schuppenschicht zusammenzieht.

    Ich hoffe meine Antwort hilft Dir weiter 🙂 Die Natur hat es für uns schon alles perfekt ausgelegt, wir müssen sie jetzt nur dabei unterstützen und vertrauen 🙂

    Ich wünsche Dir ganz viel Durchhaltevermögen – es lohnt sich!
    Sina

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