Es ist bereits ein paar Wochen her, als die liebe Carina mich gefragt hat, ob ich ihr ein Interview für ihre Studienarbeit geben könnte. Sehr gerne habe ich sie dabei unterstützt und mittlerweile ist der gekürzte Beitrag auf zwischenbetrachtung.de zu lesen. Das vollständige Interview könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen. 

Das Interview

1. Warum ist es deiner Meinung nach sinnvoll, kein Shampoo mehr zu verwenden und auf Alternativen oder nur auf die Pflege mit Wasser umzusteigen?

Es gibt einige Gründe wieso ich es wichtig finde auf natürliche Pflege umzusteigen – und das nicht nur bei der Haarpflege. Die Verpackungen der Produkte verursachen eine wahnsinnige Menge an Müll, die wir leider in der Nahrungskette zurück bekommen. Die Inhaltsstoffe in den Produkten sind zum Teil bedenklich und an unschuldigen Tieren getestet. Kindershampoos sollen wohl nicht in den Augen brennen, weil sie diese kurz betäuben! Gefährliche/Bedenkliche Bestandteile der Pflegeprodukte gelangen nicht nur über die Haut in unseren Körper, sondern landen in unseren Gewässern, wo sie Tieren, Natur und Mensch schaden.

2. Wie hast du vom no poo- Trend erfahren und was waren deine persönlichen Beweggründe, die Methode auszuprobieren?

Der No-poo-Trend geht bereits seit einiger Zeit umher. Damals habe ich mal in den Medien davon gehört oder mal etwas auf einem Blog gelesen. Doch interessiert hat es mich zu Beginn nicht, da ich nicht der Typ bin, irgendeinem Trend zu folgen 🙂 Meine Gründe waren, dass ich, obwohl ich immer gesund war/bin, trotzdem Ausschläge hatte. Mal am Augenlid, dann die Hand oder mal am Ohr. Ein Arzt hat nur seine typischen Allergietest und standart Untersuchungen durchgeführt. Das hat mich jedoch nicht weiter gebracht. Also habe ich versucht selber zu schauen, was der Auslöser sein könnte. Zunächst habe ich angefangen die handelsüblichen Cremes wegzulassen bzw. durch Naturprodukte zu ersetzten. Dann ging es weiter mit dem Waschpulver / Weichspüler, Deo bis zum Shampoo.

Wenn man einmal anfängt, dann sieht man ersteinmal, was in den Produkten enthalten ist. Sehr umweltfreundlich und absoluter Mist für unsere Haut. Besonders habe ich an meine Kinder gedacht. Vorallem gibt es für das meiste eine natürliche Alternative! Und das hat mich absolut überzeugt. Und weil ich sowieso jemand bin, der sich nicht in den Strom der Gesellschaft einreihen möchte, fiel es mir nicht schwer die No-Poo-Methode zu testen und gleichzeitig den Blog haare-nur-mit-wasser-waschen.de zu starten.

3. Ist die Methode für jeden gleichermaßen geeignet? (Z.B. Menschen mit Schuppen)

Vom Prinzip bin ich überzeugt, dass die Methode für jeden geeignet ist! Unser Körper ist das perfekte System und er weiß, was er tut. Ich denke das Sebum ist die perfekte Pflege für Kopfhaut und Haare. Und es gibt bereits einige Berichte, dass durch die Methode z.B. Schuppen verschwunden sind.

Das Problem sehe ich eher in unserer ganz persönlichen Lebensweise und in den äußeren Einflüssen. Die Ernährung, Krankheit und auch der psychische Zustand beeinflussen unter anderem unseren Körper. Essen wir fettiges oder haben wir zu viele Giftstoffe im Körper, dann wird dies zum Teil über die Haut wieder ausgeschieden. Aber auch äußere Einflüsse belasten den Körper, wodurch unser ganzes System gestört werden kann. Wenn man sich nicht ganzheitlich betrachtet, dann kann es sein, dass die Methode wirklich nicht passt. Hier könnte Unterstützung – z.B. ein Heilpraktiker – von Außen nützlich sein.

4. Manche Hautärzte sagen, dass sich durch den Verzicht auf Shampoo Hefepilze und Ekzeme auf der Kopfhaut bilden können. Hattest du Bedenken in diese Richtung? Oder generelle Bedenken?

Ja, Gedanken habe ich mir schon gemacht. Deshalb habe ich akribisch auf negative Veränderungen an der Kopfhaut und Haaren geachtet. Aber ich persönlich konnte nichts feststellen, denn trotz No-Poo achte ich auf eine intensive Pflege und Reinigung!

5. Wie sieht deine aktuelle Haarpflegeroutine aus? Wie oft wäscht du deine Haare?

Meine Haare wasche ich ca. 2-3 mal die Woche. Ich massiere die Kopfhaut und nehme einen Waschlappen, dass löst Partikel, Schmutz und das Sebum. Die Haare bürste ich intensiv morgens und abends mit einer Wildschweinborstenbürste. Diese ist besonders zu empfehlen, weil sie unterschiedlich lange Borsten hat, Schmutzpartikel ausbürstet und das Sebum gut bis in die Haarspitzen verteilt.

6. Viele denken, es sei ekelig und unhygienisch, kein Shampoo mehr zu benutzen. Die Haare würden stinken. Was sagst du zu diesem Vorurteil?

Wenn man seine Haare sich selber überlässt, nur mal Wasser darüber laufen lässt und das Sebum von der Kopfhaut nicht verteilt, dann ist es in der Tat unhygienisch. Es sammeln sich mit Sicherheit unangenehme Gerüche und die Haare sprießen vor Fett. Hier bilden sich wohl am ehesten Ekzeme oder Pilze!

Doch davon möchte ich mich klar distanzieren. Auf meinem Blog schreibe ich immer wie wichtig es ist, das Sebum bis in die Haarespitzen zu verteilen. Ich empfehle eine Wildschweinborstenbürste, Waschlappen und Kopfmassagen. Das alles bewirkt eine gute Durchblutung, Schmutz und Sebum werden gelöst und können entfernt werden. Das Sebum ist in diesem Fall kein ekeliges Fett sondern als körpereigene Pflege zu sehen, die die Haare schützt. Es ist also Bewegung drin und die Haare werden intensiv gepflegt – eben nur ohne Shampoo 🙂

7. Wie waren die Reaktionen aus deinem Umfeld? Hast du z.B. komische Blicke oder Bemerkungen mitbekommen?

In der Anfangszeit sahen meine Haare sehr schlimm aus, weil sie sich erst an den natürlichen Rhythmus gewöhnen mussten. Und weil es ein Test für mich war, habe ich eigentlich nur mit 2-3 Leuten aus meinem ganz engen Umfeld darüber gesprochen. Meine Mutter fand es einmal so schlimm, das sie meinte „wasch dir endlich deine Haare“. Aber das hat mich nicht abgehalten, weil ich gut informiert war und deswegen durchhalten wollte. Komische Blicke gab es weiter nicht, ich habe viele Frisuren gemacht, was wohl gut abgelenkt hat.

Nachdem sich meine Haare umgewöhnt hatten und langsam besser aussahen, weil sich die Talg-Überproduktion reguliert hat, habe ich sogar wieder Komplimente für meine schönen Haare bekommen.

8. Gab es Momente, in denen du doch wieder zum normalen Shampoo gegriffen hast?

Ja, einen Rückfall hatte ich. Aber ich fand es schrecklich, denn ich wollte unbedingt wissen, ob No-Poo funktioniert und war sehr sauer auf mich. Das war dann das letzte mal bis jetzt!

9. Wie waren die ersten Tage nach der Umstellung? Wie hat sich deine Kopfhaut angefühlt? Wie oft hast du deine Haare in der Anfangsphase gewaschen?

Meinen Waschrhythmus habe ich eigentlich immer gleich gehalten. Mein Ziel war in erster Linie wirklich von dem Shampoo & Co wegzukommen. Anfangs waren die Haare sehr talgig, aber das hat sich reguliert. Eine dünne Schicht Sebum auf der Kopfhaut ist normal. Sie ist die natürliche Pflege und ein Schutzmantel.

10. Wieso nutzt du ausgerechnet eine Wildschweinborstenbürste zum Kämmen deiner Haare?

Die Wildschweinborstenbürste hat ganz feine Borsten in unterschiedlichen Längen, was das Sebum sehr gut in den Haaren verteilt und Schüppchen sowie Schmutz gut ausbürstet. Die Borsten sollen außerdem dem menschlichem Haar sehr ähnlich sein. Dadurch verletzen sie die Haarstruktur nicht, wie z.B eine Plastikbürste, die die Haare aufrauhen kann.

11. Welche negativen Aspekte sind dir im Laufe der Zeit aufgefallen?

Was mich stört ist, wenn mein Körper auf die Hormonumstellung – die Regel – reagiert. Dann produziert der Körper zwischendurch schon einmal mehr Talg am Hinterkopf. Jedoch nur kurz. Und bei einer gesunden Ernährung gleicht sich das gut aus!

12. Was genau hat sich an deinen Haaren deiner Meinung nach im Laufe der Zeit verändert?

Meine Haare sehen jetzt gesund aus und fühlen sich gut an. Ich liebe die natürliche Pflege und brauche keine Spülungen oder Kuren mehr!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Auf dieser Seite werden Cookies verwendet. Für weitere Informationen & zur Deaktivierung lies bitte die Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen