Die Pflege unserer Haare ist und war uns Menschen schon immer besonders wichtig. Die Haare sind unser Aushängeschild und unterstreichen unsere Persönlichkeit. Kurze, lange, gelockte oder glatte Haare, für jeden Typen gibt es das passende Produkt in der Drogerie zu kaufen. Und haben wir Probleme mit Spliss oder Schuppen, auch dann brauchen wir nur das passende Produkt wählen und uns soll geholfen sein. 

Doch was ist in den Produkten alles drinnen und an welchen Tieren wurden diese getestet? Mich hat es immer ein wenig gewurmt, dass vor einigen Inhaltsstoffen in Shampoos gewarnt wurde, ich viel Plastikmüll produziere und Tiere zu Testzwecken leiden müssen.

Deshalb habe ich eine natürliche und wirksame Alternative gesucht und bin auf die No Poo – Only Water Methode gestoßen, bei der sich die Menschen ausschließlich die Haare mit Wasser waschen.

Jetzt fragst Du dich vielleicht auch „Die eigenen Haare nur mit Wasser waschen? Geht das überhaupt und ist das hygienisch?!

Deine Vorstellung von Menschen, die sich hauptsächlich mit Wasser waschen, ist mit Sicherheit ähnlich wie meine damalige Meinung.

Das ist doch ekelig. Menschen die sich NUR mit Wasser waschen, die stinken, haben fettige Haare und legen keinen Wert auf Hygiene!

Falsch gedacht!

Doch dem ist nicht so! Selber musste ich einen riesigen Berg von Überwindung bewältigen, um mich auf den Selbsttest einzulassen – hier kannst Du meinen Erfahrungsbericht nachlesen. Und ich kann Dir sagen, ich habe es bisher nicht bereut!

Denn es gibt einen Unterschied, ob man sich gepflegt und bewusst nur mit Wasser wäscht oder ob ein Mensch keine Lust auf Körperhygiene hat!

Der Hintergedanke

Warum soll man sich den Stress machen und seinen Körper erst an die reine Wasserwäsche gewöhnen, wenn Du doch in der Drogerie für jedes haarige Problem eine Lösung auf dem Tablet serviert bekommst. Spliss wird der gar aus gemacht. Schuppen, Haarausfall und Glanzlosigkeit soll es mit der Anwendung der richtigen Produkte nicht mehr geben.

Die Werbung hat unser Vertrauen und beeinflusst uns indirekt, wo auch immer wir sind. Und wer ist es nicht seit Kindertagen gewohnt sich schön einzuschäumen, um sich erst dann richtig sauber zu fühlen?!

Aber weißt Du eigentlich, was alles in den fertigen Produkten drinnen steckt? Und wer es vorher testen musste? Bedenken zu Silikonen, Tierversuchen und Co. werden in letzter Zeit immer lauter. Zwar denken die Menschen teilweise um, doch die Werbeindustrie passt sich an und nutzt daher das Umdenken wieder aktiv als Werbewerkzeug. Und weil wir Menschen eine bequeme Lösung wollen, kaufen wir wieder, was uns vorgelegt wird.

Mein Gedanke war, mich stückweise freier zu machen und über unsere Gesellschaft und die normalen Routinen in unserem Alltag nachzudenken. Ich möchte nicht alles hinnehmen, so wie ich es vorgesetzt bekomme, sondern ich möchte über den Tellerrand hinausschauen. Und dabei ist es so simpel bei der eigenen Pflege zu beginnen.

Haare waschen ohne Shampoo

Aber würdest Du auf die Idee kommen, Dir die Haare nur mit Wasser zu waschen und ganz auf Shampoo zu verzichten?

Nein?

Ich damals auch nicht, bis ich es ausprobiert habe! In mir schlummerte einfach der Gedanke und die Frage

Wie haben es die Menschen von damals gemacht?

Es ging doch früher ohne die Massen an Produkten und dem damit verursachenden Müll. Es ging ohne die ganze Industrie, die unsere Ressourcen aufbraucht und die Umwelt weiter verschmutzt? Aber die Frage ist wie?

Dabei ist die Lösung so einfach! Die Haare nur mit Wasser waschen!Du brauchst nichts kaufen, Du brauchst keine zusätzliche Zeit und Du kannst einfach loslegen.

Ist es nicht genial, wie einfach es sein kann?!

Darauf solltest Du Dich einstellen

Und damit Du nicht direkt am Anfang die Euphorie und den Mut verlierst, möchte ich Dir in 5 Schritten erklären, was auf Deinem Kopf passiert und wie die Umstellung abläuft.

1. Gewohnheiten aus der Kindheit

Wer kennt es nicht bereits aus den Kindheitstagen, dass der Kopf und der Körper schön mit Shampoo oder Seife eingeschäumt werden. Wir denken sogar, dass wir nur dann richtig sauber werden. Unser Körper hat sich daran gewöhnt und passt sich an die Gegebenheiten an.

2. Deine Kopfhaut ist es gewohnt stark entfettet zu werden

Mit unserem vorgegebenen Waschrhythmus hat sich unsere Haut abgefunden und reagiert naturgegeben auf die starke Entfettung durch unsere „Pflege“. In der Natur ist es vorgesehen, dass sich immer etwas Sebum um die Haare und Kopfhaut lagert – lies hier den Artikel zur Funktion von Kopfhaut und Haaren. Jedoch stören wir das körpereigene System mit unserem Eingreifen und er reagiert logischerweise mit der Produktion von Fett, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.

3. Fettige Haare

Waschen wir uns also alle drei Tage die Haare, dann weiß das unser Körper und wir bekommen am vierten Tag langsam fettige Haare, weil unser Körper eine Überproduktion von Fett- und Talg herstellt. Er weiß ja bereits seit Jahren, dass er in diesem Rhythmus komplett entfettet wird und er den Normzustand wieder herstellen muss.

4. Die Umgewöhnung zu Beginn von No Poo – Only Water

Möchtest Du Deine Haare nach jahrzehntelanger Shampoowäsche auf einmal nur noch mit Wasser waschen, musst Du Deinem Körper ca. 8 – 1 2 Wochen Zeit geben, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Anfangs wirst Du leider mit fettigen Haaren herumlaufen, weil Dein Kopf nicht weiß, das er wieder auf natürliche Weise arbeiten darf. Er will natürlich für das Gleichgewicht sorgen und produziert viel Fett, weil eigentlich eine regelmäßige Entfettung stattfinden sollte. Nach ein paar Wochen wird er langsam merken, dass immernoch genügen Sebum zur Pflege auf dem Kopf vorhanden ist und die Produktion von Fett herunterfahren.

5. Ausdauer lohnt sich

Das wichtigste ist, dass Du nicht direkt aufgibst. Ja, es ist schwierig und ungewohnt aber Dein Körper wird es Dir danken. Die fettigen Haare sind nur zu Beginn sehr schlimm, bitte akzeptiere das und mach nicht den selben Fehler wie ich und erleide einen Shampoo-Rückfall. Das bringt Dein ganzes Schaffen wieder auf den Anfang zurück. Doch wenn Du eine gewisse Grenze geschafft hast und auch bereit für Experimente bist, dann wirst auch Du sehen, dass sich Deine Kopfhaut erholt und umstellt. Deine Haare werden immer besser aussehen und viele haarige Probleme lösen sich auf einmal von ganz alleine.

100 Bürstenstriche – Ohne geht es nicht

Ein absolutes Muss ist das regelmäßige Bürsten Deiner Haare.

Egal ob lang oder kurz die altbekannten 100 Bürstenstriche machen wieder Sinn!

Bei der No Poo Methode – egal ob mit gesunden Alternativen oder nur mit Wasser – geht wirklich nichts ohne das Haarebürsten. Die Talgschicht vom Haaransatz wird durch regelmäßiges und intensives Bürsten bis in die Haarspitzen verteilt. Dadurch hast Du immer einen leichtes Sebum als Schutz um Deine Haare.

Anfangs ist das Gefühl ungewohnt, jedoch hat diese natürliche Talgschicht eine besondere Schutzfunktion. Erstmal wird der Haaransatz nicht fettig, weil Du das Fett in die Längen verteilst oder ausbürstest. Damit hast Du einen natürlichen Schutz vor Sonne, Wind und Regen. Außerdem darf Dein Körper natürlich auf Haarprobleme reagieren. Schuppen, Spliss und Glanzlosigkeit werden beseitigt. Ohne Produkte und ohne weitere Experimente! Ist das nicht klasse?!

Die richtige Wahl der Bürste

Das Einzige, wo Du wirklich investieren solltest, ist in eine anständige Bürste – schau Dir hier meinen Artikel über verschiedene Bürsten an. Anfangs habe ich selber gedacht, dass ich doch wunderbar mit meiner vorhandenen Plastikbürste zurecht komme. Ich habe als oft und regelmäßig gebürstet aber richtig zufrieden war ich noch nicht.

Der Haartalg wurde nicht richtig transportiert und auch die Bürste selber sah immer schmutzig aus durch den Talg.

Empfehlung gefolgt und in eine Wildschweinborstenbürste investiert

Die Empfehlung von No Poo Erfahrenen war es, sich die Haare mit einer Wildschweinborstenbürste zu Kämmen. Die natürlichen Borsten sind nicht nur sanft zur Kopfhaut und glätten die Haarstruktur, sondern sie verteilen auch den Talg bis in die Haarspitzen. Außerdem sind die Wildschweinborsten dem menschlichem Haar sehr ähnlich, wodurch eine schonende Pflege möglich ist.

Meine Bedenken, dass die Borsten zu weich sein könnten für meine dickeren Haare, waren unbegründet. Ich habe seit Beginn der No Poo Methode keine Knötchen mehr in den Haaren und dadurch, dass ich von allen Seiten und in mehreren Schichten bürste, komme ich überall gut dran. Außerdem ist sie super für eine leichte Kopfmassage, wenn die Haut doch einmal juckt.

Hinsichtlich des höheren Preises für eine Wildschweinborstnbürste, habe ich am Anfang gezögert. Doch es handelt sich um ein Produkt, das wirklich hilft. Die Bürste ist natürlich und gibt Deinem Haar genau das, was es braucht. Nämlich Borsten, die den Talg anständig verteilen sowie die Kopfhaut und Haare schonen.

Wenn ich jetzt überleg wie viel ich vorher in Pflegeprodukte und Co. investiert habe? Das kannst Du alles einsparen, weil Du die beste Pflege überhaupt bekommst – Deine Körpereigene. Die neue Bürste hält außerdem ein lange Zeit und ist kein Vergleich zu den Kosten der Pflegeprodukte, die regelmäßig neu gekauft werden müssen.

Deine Belohnung

Schaffst Du den Anfang, hälst eine Weile durch und bleibst beim Haare waschen nur mit Wasser, dann wird Dein Köper es Dir danken und belohnen.

Freue Dich auf einen selbstbestimmten Körper, der Deinem Haar Glanz verleiht, Spliss vorbeugt und Schuppen lebewohl sagt.

Neben dem Einsparen von viel Geld, schonst Du außerdem die Umwelt. Schädliche Inhaltsstoffe kommen nicht mehr an Deinen Körper und um unnötige Tierversuche brauchst Du Dir keine Gedanken mehr zu machen.

Jetzt loslegen

Hab ich Dich überzeugt? Dann fang heute an und wasche Deine Haare ausschließlich mit Wasser und bürste mit einer Wildschweinborstenbürste.

Es ist kein großes Geheimnis, keine große Umstellung und so simpel, sodass Du Dich jetzt an das Experiment heranwagen solltest. Tu Dir und Deinem Köper einen gefallen und fang an auf ihn zu hören.

Traust Du Dich vielleicht noch nicht richtig, dann ist vielleicht eine gesunde Alternative etwas für Dich. Lies Dir hier meine Berichte über das Haarewaschen mit Natron und mit Roggenmehl durch.  Ich bin mir sicher, dass es auch für Dich und Deine Haare eine ganz individuelle und natürliche Lösung gib.

Lasse es Dir gut gehen, Sina


17 Kommentare

Maria · 22. März 2018 um 09:39

Hey! Ich finde das auch klasse, seine Haare nur mit Wasser zu waschen und bin voller Motivation in das Experiment gestartet. Mittlerweile wasche ich nun seit 6 Wochen meine Haare ausschließlich mit Wasser und bin an einem Punkt, wo ich denke „Shampoo wäre doch ganz schön“. Ich finde, gerade am 1.und2. Tag nach dem Waschen sehen meine Haare gar nicht so schlimm aus, aber sie fühlen sich halt nicht gut an. Oben klatscht es unten stehen die ab. Seit ich sie nur mit Wasser wasche, sind sie immer so elektrisch und stehen ab. Ich habe mir vorher ab und zu Locken mit einem Glätteisen gemacht, das geht jetzt nicht mehr, da sie einfach zu „schmierig“ sind. Ich bekomme jetzt auch immer mehr Kommentare wie „wie sehen denn deine Haare aus?“ Oder „deine Haare hast du auch schon ewig nicht gewaschen oder?“ 🙁 ich bin momentan so unzufrieden, weil sie einfach glatt herunterhängen und leider gar nicht schön aussehen 🙁 ich wasche nur mit Wasser und habe mir gleich am Anfang eine wildschweinborstenbürste zugelegt, mit der ich die Haare täglich 100 Bürstenstriche Bürste… hast du Tipps für mich? Viele Grüße, Maria

    Sina · 26. März 2018 um 20:51

    Liebe Maria,

    du steckst natürlich noch mitten in der Übergangsphase, die am schwersten ist. Und ich weiß wie es ist, wenn man sich dann sehr unwohl fühlt 🙁

    Hast Du einmal versucht etwas mehr Sebum mit einem Waschlappen oder Küchenpapier aufzusaugen. Eine Leserin hat sich die Tücher über Nacht in die Haare an den Ansatz geknotet und kam dann besser mit der Umstellung zurecht.

    Wenn es überhaut nicht mehr geht und Du kurz davor bist wieder Shampoo zu verwenden, dann teste Dich erstmal an die schonenden Alternativen?

    Zum Beispiel kannst Du Roggenmehl gut als Trocken- oder Nass-Shampoo anwenden. Ebenfalls sind Lava- und Heilerde gut geeignet. Sie sind mild, aber bedenke, dass sie den natürlichen Rhythmus Deines Körpers wieder beeinflussen würden. Denn sie entfernen die Talgschicht wieder komplett und hinterlassen nicht den leicht schützenden & pflegenden Film wie bei der Only-Water-Methode.

    Zu der Verwendung eines Glätteisens oder einem Föhn, kann ich sagen, dass es besonders in der Anfangszeit ungünstig ist. Die Haare produzieren mehr Talg und wenn die Hitz dann an die Haare kommt, dann werden sie schmierig. Viel besser ist es, wenn die Haare nach dem Waschen noch einmal kalt abgespült werden, damit die Schuppen sich zusammenziehen. Fliegen die Haare zu sehr kannst Du ein selbstgemachtes Haarspray testen. Mit Honig hergestellt spendet es Deinen Haaren zusätzlich Feuchtigkeit und Pflege.

    Ich hoffe, dass ich Dir damit ein wenig helfen konnte.

    Viel Erfolg, Sina

Sandy W. · 16. Mai 2018 um 16:09

Hallo, ich würde no poo auch gerne mal ausprobieren. Ich frage mich jetzt aber, ob ich vorher eine Zeit lang die Haare noch mit einem silikonfreien Shampoo oder mit Natron auswaschen soll, um vorhandenes silikon aus den Haaren zu bekommen. Oder ist das egal und die Haare befreien sich automatisch mit der Zeit selbst vom Silikon, wenn ich mit no poo anfange?
Danke schonmal für eine Antwort. Liebe Grüße, Sandy

    Sina · 24. Mai 2018 um 23:44

    Hallo Sandy,

    ich empfehle ganz gerne Natron, um die Haare von Silikonen zu befreien. Nur darf man sich nicht erschrecken, es kann dann ersteinmal sehr stumpf sein/wirken. Aber eine saure Rinse kann gute Abhilfe schaffen. Es ist aber nur eine kurze Anwendung nötige, bis alle Rückstände entfernt sind.

    Ohne geht es natürlich auch. Es ist natürlich unterschiedlich, wie lange es dauert, bis alle Rückstände wirklich raus sind. Und die Umstellung auf den normalen Rhythmus wird dann auch herausgezögert.

    Viel Erfolg und alles Gute, Sina

Anni · 31. Mai 2018 um 10:01

Hey Sina,

ich habe vor genau einer Woche meine Haare schneiden lassen und das Haare waschen beim Friseur gleichzeitig als meine letzte Haarwäsche mit Shampoo zum Anlass genommen. Seit einer Woche wasche ich meine Haare also nun nur mit Wasser.
Natürlich sind sie momentan entsprechend fettig, nun frage ich mich, ob eine Apfelessig Spülung in der Übergangszeit „okay“ ist, oder ob man die 8-12 Wochen tatsächlich komplett auf Alternativen verzichten sollte?

Liebe Grüße
Anni

    Sina · 2. Juni 2018 um 19:27

    Hallo Anni,

    zu Beginn hatte ich auch den Apfel-Essig verwendet, weil ich unbedingt noch was in den Haaren brauchte. Anfangs war es auch wirklich super. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich ihn nicht mehr brauchte. Ich habe ihn nach ein paar Wochen nur noch sehr verdünnt oder gar nicht mehr genommen.

    Da er nicht stark entfettet und mehr zur Pflege ist, kannst Du es selber für Dich testen. Wenn man das Ziel „only water“ hat, dann ist der Verzicht auf alles am besten 🙂

    Alles Gute und viel Durchhaltevermögen
    Sina

Frank · 3. Juni 2018 um 06:57

Wie sieht das Ganze bei Männern aus? Habe kurze Haare und style sie täglich mit einer Mattpaste. Reicht auch das Auswaschen mit warmem Wasser?

Beste Grüße
Frank

    Sina · 7. Juni 2018 um 22:28

    Hallo Frank,

    sehr schön, dass sich auch Männer dafür interessieren! Generell spricht nichts dagegen, es als Mann zu testen.

    Ob Du alles Rückstände nur mit Wasser ausgewaschen bekommst von der Paste, kann ich nicht sagen. Ich habe Haargel und Haarspray selber gemacht und das ließ sich super auswaschen 🙂 Vielleicht wäre das eine Alternative für Dich?

    Viele Grüße
    Sina

Sarah · 9. Juni 2018 um 14:04

Hallo ich bin auch grade bei nur meine Haare mit Wasser zu waschen habe aber eine Frage wenn sie wirklich sehr fertig sind kann ich den einfach meine Haare mit Baby Shampoo waschen oder Baby Puder rauf machen

    Sina · 18. Juni 2018 um 05:10

    Hallo Sarah,

    wenn Du Deine Haare nur noch mit Wasser waschen möchtest, dann ist alles, was das Sebum komplett von Deiner Kopfhaut entfernt, nachteilig. Denn es stört immer den natürlichen Rhythmus, den Du wieder finden möchtest. Auch Puder und milde Babyshampoos entfernen das Sebum komplett und beeinflussen den Rhythmus.

    Aber wenn es für Dich gar nicht mehr geht und Du Dich sehr unwohl fühlst, dann würde ich erstmal eine Milde Variante testen. Du könntest zum Beispiel ein Shampoo aus Roggenmehl oder ein Trockenshampoo aus Kakao, Roggenmehl oder Stärke verwenden. Es beeinflusst Deinen Rhythmus zwar auch aber Du sollst Dich auch wohl fühlen, bei dem was Du machst 🙂

    Alles Gute!
    Sina

Milena · 14. Juni 2018 um 06:37

Hey Sina,
ich befinde mich gerade im Tansania für weitere zwei Monate, weshalb es mir zum Glück sehr egal sein kann, was die anderen denken.
Ich habe jetzt schon seit 3 Wochen Braids in meinem Haaren (mit Kunstextensions), weshalb ich meine Haare auch nur mit Wasser gewaschen habe. Ich hatte überlegt mit danach öfter solche Flechtfrisuren (jedoch ohne Extensions), die für eine Woche halten zu machen. Was hälst du davon? Schließlich kann ich dann für eine Woche jeweils meine Haare nicht kemmen.

Ev · 14. Juni 2018 um 08:17

Sehr schöne Seite liebe Sina!

Ich habe mich vor ca. 1 Jahr sehr für das Thema interessiert, allen Foren un Blogs durchstöbert, weil mir auch „plötzlich“ auffiel, dass ich einem Unternehmen, dem daran gelegen ist, Geld zu verdienen, nicht blind trauen sollte. Tierversuche und bedenkliche Inhaltsstoffe werden in der Werbung natürlich außen vorgelassen.

Ich habe allerdings jeden Tag Kundenkontakt und fettige Haare sind ein NoGo für mich und meinen Arbeitgeber. Es klappte anfangs ganz gut mit Roggenmehl oder auch mit Haarseife und Apfel-Essig-Rinse.
Doch dann ergab sich leider eine stressige Zeit in meinem Leben, die viele Monate anhielt und es musste schnell und unkompliziert sein. Ich griff also wieder auf Shampoo zurück.

Allerdings mit zwei wesentlichen Änderungen:
Ich schaute mir alle Produkte, die ich jetzt kaufte über die App ToxFox und CodeCheck an. Hier wird einfach dargestellt, ob das Produkt bedenklich ist oder nicht. „Bedenkliche“ Produkte wurden gar nicht mehr gekauft. Nur noch Naturkosmetikshampoos.
Ich versuchte auch nicht mehr täglich zu waschen, sondern den Waschzyklus auf zwei, wenn es ging sogar drei Tage (statt täglich), zu ziehen.
Dazwischen habe ich als Trockenshampoo Pfeilwurzelmehl genutzt.
Ich bin blond, habe feines Haar, da geht das super, einstreuen, einmassieren, ausbürsten, fertig.

So habe ich meine Haare also gut ein Jahr ohne bedenkliche Kosmetikprodukten geschont.

Lange Rede – kurze Sinn 🙂 als ich vor einem Jahr meine Haare nur mit Wasser wusch, waren sie anschließen fettig und ekelig. Das ging gar nicht. Allein das Gefühl, der Geruch und das Aussehen der Haare.

Gestern war ich beim Sport, hatte alles vergessen und konnte mich daher nur mit Wasser duschen und auch nur die Haare mit Wasser waschen (evtl. war noch mein Trockenshampoo, Pfeilwurzelmehl vom Morgen in den Haaren)
Die Haare fühlten sich schon beim Waschen gleich anders an.
Anschließend mit der Bürste gut ausgebürstet, und voila – meine Haare sind nicht fettig sondern wirken „gewaschen“ 🙂 Ich habe gestern und auch heute gleich eine Freundin gefragt, sie hielt meine Haare auch für „gewaschen“.

Ich denke daher, man kann seine Haare auch ein Stück weit weniger radikal (und weniger fettig) entwöhnen. Ich werde weiterhin versuchen, meine Waschabstände zu verlängern und sicherlich auch nur mit Wasser waschen und schauen, wie das jetzt geht.

Viele Grüße, Ev

    Sina · 18. Juni 2018 um 08:16

    Hallo Ev,

    vielen, vielen Dank für Deinen super Erfahrungsbericht.

    Ich gebe Dir absolut Recht, dass man seine Haare nicht radikal entwöhnen muss 🙂 Jeder muss seinen ganz eigenen und individuellen Weg finden. Und keiner soll etwas machen, womit er sich unwohl fühlt. Dass versuche ich auch immer wieder in den Kommentaren zu vermitteln bzw. zeige Möglichkeiten für Alternativen zum herkömmlichem Shampoo.

    Jeder Schritt ist eine Veränderung und dazu muss man manchmal experimentieren, neues versuchen und auch einmal eine Niederlage hinnehmen. Aber wichtig ist, dass man etwas ändern will und dahinter steht! Egal ob beim Haare waschen oder anderen gesellschaftlichen Themen 🙂

    Der Tipp mit dem Pfeilwurzelmehl in Zusammenhang mit Deinem Haartyp ist super! Das werde ich mir merken und an geeigneter Stelle mit auf der Seite einbinden.

    Viele liebe Grüße, Sina

Lachkeks · 3. Juli 2018 um 06:45

Halo Sina,
schön wieder einen neuen Blog über No Poo zu entdecken. Ich bin seit etwa 3 1/2 Jahren weg von jeglichen konventionellen Shampoos und auch zur Körperpflege kommt nur noch Seife aus speziellen kleinen Manufakturen zum Einsatz.
Durch die Umstellung auf unkonventionelle Methoden muss ich meine Haare nur noch halb so oft waschen und im Gegensatz zu früher hat sich die Struktur deutlich gewandelt. Obwohl ich sehr feine blonde Haare habe, haben die Haare sehr viel mehr Stand als früher (ich verwende sonst auch keinerlei Haarspray oder ähnliches).
Meine Haare nur mit Wasser zu waschen (ich wasche abwechselnd mit Alepposeife und Lavaerde) und vor allem auf eine saure Rinse zu verzichten wäre bei mir allerdings undenkbar. Bei den extrem feinen Haaren, die ich habe und dem extrem kalkigen Wasser in meiner Region kleben die Haare sonst nach dem zweiten Mal so zusammen, dass du sie nicht mehr kämmen kannst. Wenn ich im Urlaub in Regionen mit weichem Wasser bin, brauche ich keine Rinse. Müsste also vielleicht umziehen damit die Umstellung auf Water only klappen würde. 🙂
Auf meinem Weg zu alternativen Methoden habe ich über Natron, Roggenmehl, Lavaerde, Waschnüsse und Co alles mögliche getestet. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass ich sehr zufrieden damit bin nur noch tierversuchsfreie und vegane Kosmetik zu nutzen und vor allem einen enormen Rückgang beim Plastikmüll bemerkt habe. Da ich auch sonst nahezu keine Kosmetik verwende fahre ich auch nur noch mit 2 Stück Seife in Richtung Urlaub…auch das ist eine Form von Freiheit.
Allen, die gerade bei der Umstellung von konventionellen zu den unkonventionellen Haarwaschmethoden sind, wünsche ich viel viel Durchhaltevermögen. Auch eine Umstellung auf schonendere Methoden hilft euren Haaren erheblich. Es lohnt sich also!
Viele Grüße sendet der
Lachkeks

    Sina · 3. Juli 2018 um 19:38

    Hallo Lachkeks,

    vielen Dank für Deinen klasse Kommentar und Deine Erfahrung!

    Viele Grüße
    Sina

Julia · 1. August 2018 um 14:26

Hallo Sina,
Ich habe vor knapp acht Wochen angefangen, meine Haare nur noch mit Wasser zu waschen.
Rückblickend habe ich, glaube ich, eine Menge Fehler gemacht. Ich habe meinen Haaren eigentlich keine Gewöhnungszeit gelassen sondern sofort angefangen, sie mit Wasser zu waschen und das auch nur alle Zehen bis vierzehn Tage. Gekämmt habe ich sie auch nur nach dem Waschen oder wenn es wegen sehr viel Fett gar nicht mehr ging allerdings, wie ich jetzt weis, mit der falschen Bürste.
Ich wusste schon damals, dass es sicher wichtig ist, die Haare regelmäßig zu Bürsten. Aber da ich fast hüftlange Haare mit natürlichen Korkenzieher locken habe, habe ich es nicht übers Herz gebracht diese Täglich durchs Bürsten zu zerstören.
Hast du hierfür vielleicht einen Tipp für mich?
Als ich nun im Urlaub war, freundete ich mich mit einer herumstreunenden Katze an, von der ich, wie ich nun ahne, vermutlich die Läuse bekam. Natürlich musste ich etwas gegen die Plage tun und so habe ich mit, vermutlich stark chemischem, Antiläuse Shampoo meine Haare gewaschen was zwar die Läuse getötet, meine sieben Wochen ohne Shampoo aber zunichte gemacht hat.
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht wie ich jetzt weitermachen soll. Meine Haare sind jetzt zwar nicht mehr Fettig wegen des Antiläuse Shampoos aber meine Kopfhaut juckt immernoch wie verrückt und das nicht erst seit den Läusen. Von allen Seiten höre ich, dass es doch schwasinn sei, sich nur mit Wasser die Haare zu waschen und das ich bloß damit aufhören solle da ich meine Gesundheit gefährde. Ich sehe das anders aber da ich sieben Wochen extrem Fettige Haare und juckende Kopfhaut hatte, kann ich mir kaum vorstellen dass alles noch einemal bzw. weiter zu machen auch wenn ich es gern würde.
Was denkst du?

Liebe Grüße,
Julia

    Sina · 13. August 2018 um 20:11

    Hallo Julia,

    das ist wirklich sehr ärgerlich, dass Du bereits diese Zeit geschafft hast und jetzt von vorne beginnen musst!

    Sehr wichtig finde ich immer, dass Du Dich wohl fühlst bei dem was Du machst! Wenn Du jetzt nicht direkt wieder auf only water umsteigen möchtest, dann kannst Du Dir eine Zeit lang die Haare mit natürlichen Alternativen waschen (z.B. Roggenmehl, Lavaerde). Versuch Dich ein wenig aus, was zu Dir und Deinen Haaren passt. Die Abstände, in denen Du die Produkte verwendest, reduzierst Du einfach. Eine Leserin hatte berichtet, dass sich bei ihr die Haare dadurch langsam entwöhnt haben und dann hat sie zwischendurch nur mit Wasser gewaschen, ohne das die Haare stark gefettet haben.

    Bei no poo ändert sich die Pflege etwas und wird intensiver. Mir war es nicht wichtig die Waschabstände zu vergrößern, sondern von dem Shampoo wegzukommen. Dabei hat sich dann meine Pflegeroutine geändert. Ich bürste morgens und abends die Haare vom Ansatz bis in die Spitzen. Die Kopfhaut massiere ich regelmäßig – besonders, wenn sie einmal jucken sollte. Und ich versuche immer Überschüsse des Talgs mit einem Waschlappen aufzunehmen.

    Du hast beschrieben, dass Du Deine Haare nur selten gewaschen und wegen der Locken selten gebürstet hast. Leider ist das Bürsten bei no poo sehr wichtig. Denn der Talg muss gelöst und verteilt werden. Wenn er auf der Kopfhaut bleibt, dann kann er extremes Kopfhautjucken und mehr auslösen. Deshalb ist das Bürsten und massieren sehr wichtig.

    Damit Du Deine Locken nicht verlierst, kannst Du Deine Haare immer vor dem Waschen gut bürsten. Und wenn Du einmal nicht wäschst, dann könntest Du die Haare anfeuchten?

    Ich hoffe, dass ich Dir ein wenig weiter helfen konnte 🙂

    Viele Grüße und alles Gute
    Sina

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